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ESMA veröffentlicht "Enforcement of Corporate Disclosure"-Bericht 2019

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlichte ihren Jahresbericht über Unternehmensberichterstattung im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der auch die Überprüfung der nichtfinanziellen Abschlüsse enthält.

Angesichts der gestiegenen Bedeutung der ESG-Offenlegungen von Unternehmen verstärkte die europäischen Behörde ihre Aktivitäten in Bezug auf nicht-finanzielle Informationen, was zu Prüfungen von 937 nicht-finanziellen Abschlüssen oder 35% der geschätzten Gesamtzahl der Emittenten führte, die einen nicht-finanziellen Abschluss veröffentlichen müssen.

Welche KPIs wurden von der ESMA geprüft?

Die Prüfung fokussierte sich auf Umwelt- und Klimaberichterstattung. 83% der Stichprobe berichteten KPIs in Bezug auf die Umweltbelange, am häufigsten wurden der Stromverbrauch, der Wasserverbrauch, die CO2-Emissionen und die Abfall- und Lärmemissionen offengelegt. Dabei aufgefallen ist die breite Varianz an Messungen von KPIs und die ESMA bemerkt, dass die unterschiedlichen Metriken die Vergleichbarkeit erschweren. Darüber hinaus stellt die ESMA fest, dass insbesondere Erläuterungen, warum die vom Emittenten ausgewählten KPIs relevant sind, wie sie sich auf die Ziele des Emittenten beziehen und wie sie entwickelt wurden (Methodik), fehlen.

Wie wurden Umweltrisiken offengelegt?

60% der Emittenten haben Hauptrisiken zu Umweltbelangen und Klimawandel offengelegt. 14% der Emittenten gaben Hauptrisiken im Zusammenhang mit Umweltbelangen an, ohne jedoch auf den Klimawandel einzugehen. Zudem wurde der größte Teil dieser Offenlegungen als "Boilerplate" betrachtet, d.h. Informationen, die nur eine kurze Beschreibung enthalten, oder Risiken erwähnen, ohne zu erklären, wie sie überwacht oder behandelt werden. Ein Viertel der Emittenten in der Stichprobe legte keinerlei Informationen über Umweltrisiken vor. Die ESMA bekräftigt, dass sich die Forderung nach Offenlegung der Hauptrisiken direkt aus Artikel 19a(d) und 3329a(d) der Rechnungslegungsrichtlinie ergibt und dass die Emittenten dieser Anforderung daher in ihren bevorstehenden Nicht-Finanzabschlüssen stärker Rechnung tragen sollten.

Wie wurden Umweltbelange offengelegt?

Nur 16% der Emittenten in der Stichprobe haben eine ausreichende Offenlegung von Umweltbelangen, einschließlich des Klimawandels, vorgenommen. Da diese jedoch negative Folgen nicht nur operativer, sondern auch finanzieller Natur haben können, ermutigt die ESMA die Emittenten dazu, diese Offenlegungen im Einklang mit den Empfehlungen der EU-Leitlinien für die Berichterstattung über klimarelevante Informationen gründlicher zu berücksichtigen.

Welches Resümee kann gezogen werden?

Zusammmenfassend erwähnte die ESMA am häufigsten Mängel wie das Fehlen einer quantitativen Offenlegung, das Fehlen objektiver Ziele und einer begleitenden Bewertung, ob der Emittent diese Ziele erreicht, unzureichende / fehlende Beschreibungen von Due-Diligence-Prozessen - insbesondere in Bezug auf Menschenrechte und soziale Belange, unzureichende Beschreibung von Risiken und unzureichende Offenlegung in Bezug auf Umweltbelange und Klimawandel.


Ausführlichere Informationen finden Sie im Tätigkeitsbericht.

 

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