Eine Kooperation von akzente & sustainable

Nachhaltigkeit betrifft alle

– auf unterschiedliche Weise.

Neben der CSR-Richtlinie gibt es weitere politische Entwicklungen auf Europäischer Ebene, die zu mehr Nachhaltigkeit in der (Finanz-)Wirtschaft führen sollen. Die EU-Kommission vertraut Selbstverpflichtungen nicht mehr und setzt nun auf regulative Eingriffe in wirtschaftliches Handeln. Dies sind die als „Green Deal“ bekannte Roadmap für eine nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Finance-Verordnungen und Lieferketten-Regularien.

Wir begleiten diese Prozesse und informieren Sie zeitnah, damit Sie sich an der Entwicklung auf regulativer Ebene beteiligen können und interne Prozesse so gestalten, dass aus den neuen Anforderungen Chancen werden.

Stand: 25.08.2020

EU-Regularien für eine nachhaltige Entwicklung

Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzsystem (Action Plan for Financing Sustainable Growth)

Taxonomie-Verordnung (Regulation on the establishment of a framework to facilitate sustainable investment)

Die Taxonomieverordnung definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als nachhaltige Investitionen gelten dürfen und fordert von Organisationen Transparenz über die eigenen Geschäftsaktivitäten beziehungsweise angebotene „grüne“ Finanzprodukte. Für die Einordnung von Geschäftsaktivitäten und Finanzprodukten als nachhaltig werden technische Screeningkriterien definiert, die KPIs und Schwellenwerte bereitstellen. Bisher wurden Kriterien für den Bereich Klimaschutz und den Bereich Anpassung an den Klimawandel erarbeitet, Kriterien für die weiteren vier Umweltziele werden folgen.

Weitere Informationen

Offenlegungsverordnung (Regulation on sustainability‐related disclosures in the financial services sector)

Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater müssen zukünftig ihre Strategie zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken und die Berücksichtigung von nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen in Investitionsprozessen offenlegen, sowie aktuelle Informationen über die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten (siehe Taxonomie) bereitstellen.

Weitere Informationen

Low Carbon Benchmarks-Verordnung (EU Climate Transition Benchmarks, EU Paris-aligned Benchmarks and sustainability-related disclosures for benchmarks Regulation)

Anlegern sollen Informationen über den CO2-Fußabdruck ihrer Investitionen durch Referenzwerte zur Beurteilung von nachhaltigen Investments bereitgestellt werden, die festgelegten Kriterien entsprechen. Dafür wurden zwei neue klimabezogene Benchmark-Kategorien vorgestellt. Die 'Paris-Aligned' Benchmarks (PABs) und Climate Transition Benchmarks (CTBs) unterscheiden sich dabei in der Ambition ihrer Zielsetzung. PABs sind für sehr ambitionierte klimabezogene Anlagestrategien konzipiert und zeichnen sich durch strengere Mindestanforderungen aus, während CTBs eine stärkere Diversifikation zulassen und den Bedürfnissen institutioneller Anleger bei ihrer Portfolio-Strukturierung nachkommen.

Bilanz-Richtlinie (Accounting Directive)

CSR-Richtlinie (Non-Financial Reporting Directive)

Momentan findet eine Evaluierung der die Bilanzrichtlinie erweiternde CSR-Richtlinie (Non-Financial Reporting Directive (NFRD)) statt. Die öffentliche Konsultation ist bereits abgeschlossen, die Ergebnisse fließen in die Überarbeitung ein. Relativ sicher ist die Annäherung der Richtlinie an die TCFD-Anforderungen, geprüft wird aktuell die Einführung eines Europäischen Nichtfinanziellen Berichtsstandards zur Harmonisierung des Reportings. Die Neufassung soll in Q1 2021 beschlossen werden.

Sorgfaltspflicht-Verordnung (Due Diligence Directive / Regulation)

Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten (Human Rights Due Diligence)

Unabhängig von der Überarbeitung der nichtfinanziellen Berichtspflicht kündigte der EU-Justizkommissar Didier Reynders im April 2020 eine Gesetzesinitiative über verbindliche Menschenrechts- und Umwelt-Sorgfaltspflichten für Unternehmen an. Diese sollen Haftungs- und Durchsetzungsmechanismen und Zugang zu Rechtshilfe für Opfer von unternehmerischem Missbrauch beinhalten. Die Gesetzesinitiative soll für alle Unternehmen und Finanzinstitute in den europäischen Mitgliedsstaaten gelten, KMUs jedoch abgeschwächte Pflichten erfüllen müssen. Der Erfassungsbereich soll die gesamte globale Lieferkette einschließen. Über Sanktionen wird nachgedacht, die die nationalen Aufsichtsbehörden unter EU-Koordinierung durchsetzen sollen. Ob sie final die Form einer Verordnung oder Richtlinie annehmen wird, ist noch nicht entschieden. Eine öffentliche Konsultation soll bald erfolgen.

Umweltbezogene Sorgfaltspflichten (Environmental Due Diligence)

Eine Roadmap ist hier noch nicht bekannt gegeben.