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Platform on Sustainable Finance veröffentlicht Zwischenberichte zu Sozial-Taxonomie und Transitions-Taxonomie

Die vorläufigen Berichte dienen als Diskussionsgrundlage in öffentlichen Konsultationen.

 

1. Sozialtaxonomie

Die Unterarbeitsgruppe will mit dem ersten Entwurf einer Sozialtaxonomie das Ziel der Förderung menschenwürdiger Arbeit, integrativer und nachhaltiger Gemeinschaften sowie bezahlbarer Gesundheitsfürsorge und Wohnraum in Investitionsentscheidungen einbringen. Der Entwurf schlägt eine Struktur vor, die analog zu den umweltbezogenen Taxonomiekriterien definiert

  1. was als wesentlicher gesellschaftlicher Beitrag zu verstehen ist,
  2. wie signifikanter Schaden an der Gesellschaft vermieden werden kann und
  3. welche Aktivitäten als gesellschaftlich schädlich einzustufen sind.

Im Gegensatz zu den umweltbezogenen Taxonomien muss sich die gesellschaftsbezogene Taxonomie jedoch näher an ethischen Standards als wissenschaftlichen Erkenntnissen bewegen, was quantitative Kennzahlen schwieriger macht. Auch kann dabei nicht immer die wirtschaftliche Aktivität betrachtet werden, sondern die wirtschaftende Organisation steht im Mittelpunkt der Transparenzanforderungen.

Die vorgeschlagene Struktur hat eine vertikale und eine horizontale Dimension. Die vertikale Dimension bezieht sich auf Produkte und Dienstleistungen für menschliche Grundbedürfnisse und Basisinfrastruktur. Aus dieser Perspektive könnten diejenigen wirtschaftlichen Aktivitäten als sozial angesehen werden, die diese Produkte und Dienstleistungen zugänglicher machen und dabei die Bemühungen um andere soziale Ziele nicht beeinträchtigen. Die horizontale Dimension berücksichtigt die Auswirkungen auf verschiedene Gruppen von Stakeholdern, die von den wirtschaftlichen Aktivitäten betroffen sind - Arbeitnehmer, einschließlich der Beschäftigten in der Wertschöpfungskette, Verbraucher und Gemeinwesen. Horizontale Ziele würden wahrscheinlich eine Kombination von Kriterien auf Unternehmens- und Aktivitätsebene beinhalten.
 
Hier finden Sie den Entwurf und hier die Konsultation, die bis zum 27. August 2021 läuft. Die "Social taxonomy" wurde in einem Webinar vorgestellt, das Sie noch als Aufzeichnung finden können.
 

2. Erweiterung der Taxonomie bezüglich Transitions-Zielen

Der zweite Bericht beschäftigt sich damit, wie die bisherige binäre Auffassung der Taxonomie überwunden werden könnte und die Bandbreite der nicht taxonomiekonformen Aktivitäten besser verstanden und eventuell in die Taxonomie einbezogen werden könnten. Nicht als "grün" geltende Aktivitäten können von einer sehr geringen negativen Umweltauswirkung bis zu einem signifikanten Schaden für eines der EU-Umweltziele reichen. Die Überlegung zusätzliche Aktivitätskategorien, Umweltleistungen und Auswirkungsgrade einzuführen wurde bereits im März propagiert, um eine Transition der Wirtschaft zu weniger umweltschädlichen Aktivitäten in Gang zu setzen. Signifikant schädliche (significantly harmful (SH)) Aktivitäten und Aktivitäten ohne signifikante Auswirkungen (no significant impact (NSI)) sollen so klassifiziert werden können. Ziel wäre es, als schädlich eingestufte Aktivitäten zumindest auf ein Level ohne signifikanten Schaden anzuheben, auch wenn sie keinen wesentlichen Beitrag beisteuern und den Status "grün" erreichen.

 

Taxonomie Erweitertung Klassifizierung

 Quelle: Platform on Sustainable Finance, Public Consultation Report on Taxonomy extension options linked to environmental objectives, 2021, S. 12

 

Hier finden Sie den Entwurf und hier die Konsultation, die ebenso bis zum 27. August 2021 läuft. Auch die Spezifizierung der Taxonomie bezüglich "Significantly Harmful" & "No Significant Impact" wurde in einem Webinar vorgestellt, das Sie noch als Aufzeichnung ansehen können.

 

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