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Roadmap einer möglichen Entwicklung von EU-Berichtsstandards erschienen

EFRAG veröffentlicht Bericht zum aktuellen Status der Arbeiten am nichtfinanziellen Berichtsstandard und skizziert Weg zur möglichen Umsetzung.

 

In 54 Vorschlägen entwirft die "Project Task Force on preparatory work for the elaboration of possible EU non-financial reporting standards" (PTF) der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) die Architektur eines möglichen Nachhaltigkeitsberichtsstandards der EU. In einem Modell mit drei Ebenen werden sektorunabhängige Standards, sektorspezifische Standards und organisationsspezifische Standards aufeinander aufgebaut, die Strategien, deren Implementierung mit Zielen und zugewiesenen Ressourcen sowie eine Leistungsmessung enthalten sollen. Das Konzept bleibt auf einer prinzipiellen Ebene und gibt keine konkreten Inhalte vor.

Hervorgehoben wird die Notwendigkeit einer doppelten Materialität, die in der Impact-Dimension sowohl die wesentlichen negativen und positiven Auswirkungen des Unternehmens und seiner Lieferkette auf Menschen und Umwelt als auch die Dringlichkeit eines Handelns enthält, sowie sich in der finanziellen Dimension auf nichtmonetäre quantitative, monetäre quantitative oder qualitative Daten stützt und auch "prä-finanziell" wirken kann, d.h. sich erst über die Zeit hinweg zu wesentlichen finanziellen Auswirkungen entwickelt ("dynamische Materialität").

Als weiterer wichtiger Baustein wird die Digitalisierbarkeit der Daten angesehen, die einerseits eine klare, von den finanziellen Daten abgetrennte Reporting-Struktur als auch eine digitale Taxonomie umfasst, die zeitgleich mit den Standards veröffentlicht werden sollte.

Des Weiteren sollten die Standards auch auf KMUs in einem entsprechenden Verhältnis angewendet werden können, das deren Organisation und Ressourcen sowie den relevanten Stakeholder-Erwartungen an Nachhaltigkeitsinformationen entspricht. KMU-spezifische Standards sollen sich auf das Geschäftsmodell, zusammengefassten Nachhaltigkeitsherausforderungen sowie retrospektive KPIs konzentrieren und an die Geschäftspartner in der Wertschöpfungskette und Finanzinstitute richten.

 

Die Entwicklung ist als iteratives Stufenmodell aufgebaut:

  1. Ein erster Entwurf mit initialen "Kern"-Standards bis Mitte 2022, die auf das Berichtsjahr 2023 angewendet werden sollen (Berichte, die in 2024 publiziert werden).
  2. Ein Entwurf mit "erweiterten" Standards bis Mitte 2023, die auf das Berichtsjahr 2024 angewendet werden sollen (Berichte, die in 2025 publiziert werden).
  3. Ein Entwurf mit Weiterentwicklungen der Standards bis Mitte 2024, die auf das Berichtsjahr 2025 angewendet werden sollen, und weitere regelmäßige Aktualisierungen.

 

Den Bericht finden Sie hier.

 
[Update 13.09.2021:
Eine Arbeitsgruppe der EFRAG hat ein Arbeitsdokument zu den Klima-Standards veröffentlicht. Es ist lediglich ein Sneak Preview und steht nicht zur Konsultation, bietet aber einen ersten Einblick in mögliche Indikatoren. Nach dem aktuellen Stand wäre es ein sehr hoher Berichtsaufwand. Es ist wahrscheinlich, dass die offenzulegenden Informationen noch nach Relevanz gefiltert und ausgedünnt werden.]
 
 

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