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ESAs befragen Öffentlichkeit zu nächstem RTS-Entwurf

Nächster Meilenstein bei der Definition von Offenlegung bezüglich nachhaltiger Investitionen gegenüber Endanlegern erreicht.

 

Die europäischen Aufsichtsbehörden haben ein Konsultationspapier veröffentlicht, in dem sie um Beiträge zu Entwürfen der technischen Regulierungsstandards (RTS) bitten. Die RTS sind das Bindeglied zwischen der seit 10. März für Finanzinstitute geltenden Offenlegungsverordnung (SFDR) und der Taxonomie-Verordnung (TR), die wissenschaftliche Kriterien für die Einordnung als grünes Finanzprodukt definieren. Sie sollen ein einheitliches Regelwerk für Angaben nach beiden Verordnungen erschaffen sowie Überschneidungen und Redundanzen zwischen ihnen reduzieren.

Das Konsultationsdokument enthält Spezifizierungen zu den Angaben, die Finanzmarktteilnehmer offenlegen müssen, wenn sie ein Produkt als nachhaltig bewerben wollen. Wenn diese Produkte das Vorsorgeprinzip "keinen erheblichen Schaden verursachen" einhalten müssen, sollen mögliche negative Auswirkungen des Produktes offengelegt werden. Die sogenannten Principal Adverse Sustainability Impacts (PAI) sind die wichtigsten – unter Berücksichtigung des Umfangs, der Schwere, der Wahrscheinlichkeit des Eintretens und der potenziellen Unumkehrbarkeit wesentlichen oder wahrscheinlich wesentlichen – nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte, Korruptions- und Bestechungsbekämpfung. Auch die Anlagestrategie, inklusive der Policy zur Bewertung einer guten Governance in den Beteiligungsunternehmen, sowie die Methoden zur Messung der Zielerreichung bei beworbenen ökologischen oder sozialen Merkmalen sollen publiziert werden.

Die Finanzmarktteilnehmer sollen die Informationen auf ihren Websites jährlich bis zum 30. Juni in gesonderten Abschnitten mit den Titeln "Adverse sustainability impacts statement" und "Sustainability-related disclosures" im selben Teil der Website wie die anderen Informationen über das Finanzprodukt, einschließlich Marketingmitteilungen, veröffentlichen. Sie müssen das Finanzprodukt, auf das sich die Informationen in dem Abschnitt mit den nachhaltigkeitsbezogenen Angaben beziehen, eindeutig benennen und die ökologischen oder sozialen Merkmale oder das nachhaltige Anlageziel dieses Finanzprodukts an sichtbarer Stelle ausweisen. Informationen sollen vorvertraglich als auch in periodischen Berichten zur Verfügung gestellt werden.

Bei einem Impact Assessment wurden Aufwand und Nutzen der verschiedenen Offenlegungsanforderungen nach der SFDR abgewägt. Es werden jeweils drei Policy Options (Niedriger / Mittlerer / Hoher Aufwand für Ersteller) dargestellt und die Präferenz der ESAs aufgezeigt. Hier eine Übersicht der aktuell präferierten Optionen:

Impact assessment for entity level principal adverse impact reporting (Article 4 SFDR)
Policy issue 1: The level of disclosures
Policy option 2: Common minimum obligations on identification and disclosure of adverse impacts
Policy issue 2: The type of indicators to be used when assessing adverse impact
Policy option 2: Mix of universal mandatory and opt-in indicators to assess adverse impact

Impact assessment for pre-contractual product disclosure (Articles 8 and 9 SFDR)
Policy issue 1) The level of disclosure
Policy option 2: Common minimum standards on disclosure
Policy issue 2) Relevance of prescribing a mandatory template for pre-contractual disclosure
Policy option 3: Mandatory template

Impact assessment for website product disclosure (Articles 10 SFDR)
Policy issue 1) The level of disclosure
Policy option 2: Common minimum standards on website product disclosure
Policy issue 2) The presentation requirements of the information disclosed on the website
Policy option 3: A standardised disclosure template

Impact assessment for periodic product disclosure (Articles 11 SFDR)
Policy issue 1) Relevance of prescribing a mandatory template for periodic product disclosures
Policy option 3: Mandatory template for periodic product disclosures
Policy issue 2) Granularity of disclosures
Policy option 2: Common minimum standards on identification and disclosure

Impact assessment for “do not significantly harm” (DNSH) principle RTS
Policy issue 1) The scope of DNSH assessment
Policy option 2: Include principal adverse impact indicators in Table 1 of Annex I and environmental objectives
Policy issue 2) The type of DNSH disclosures
Policy option 2: Details on the assessment made of significant harm of investments including any own thresholds set

Im Annex sind Definitionen und Berechnungsformeln zu den verwendeten Kennzahlen einsehbar und es werden sowohl ein Template für das PAI-Statement als auch Templates für die vorvertraglichen Offenlegungen vorgestellt. Diese Entwürfe wurden bereits in lokalen Feldversuchen getestet und Feedback dazu eingeholt. Das Konsultationsdokument enthält auch die Analyse der ersten Konsultation von April bis September 2020 mit einer Zusammenfassung der Teilnehmerantworten auf die einzelnen Fragen und einer Replik der ESAs zu dem jeweiligen Feedback.

Die Verordnung soll ab dem 01. Januar 2022 Anwendung finden, allein für die Angabe der Scope 3 THG-Emissionen gilt die Ausnahme 01. Januar 2023.

Die Konsultation läuft bis zum 12. Mai 2021.

 

Das Dokument finden Sie hier und den Feedbackbogen hier.

 
[Update 31.03.2021:
Das DRSC hat eine gute Zusammenfassung veröffentlicht, die unter anderem die Adverse Sustinability Impacts & Indicators tabellarisch zusammenfasst.]
 
[Update 08.04.2021:
Die ESMA veranstaltet eine öffentliche Online-Diskussion am 29. April 2021.]
 

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